3.Mai: Der Aufstiegsmythos aus postkolonialer Perspektive

Am kommenden Donnerstag geht es mit unserer Veranstaltungsreihe weiter. Eingeladen ist Manuela Boatca von der FU Berlin.

Der soziologische Common Sense erklärt die soziale Ungleichheit in modernen Gesellschaften fast ausschließlich über erworbene Merkmale wie das Bildungsniveau und die Stellung im Beruf. Gemäß diesem Verständnis steht vertikale soziale Mobilität – d.h., sozialer Aufstieg – heute jedem Individuum offen, so es sich durch Aus- und Weiterbildung und durch gestiegene Leistung auf dem Arbeitsmarkt um die Verbesserung seiner Stellung im nationalen Gefüge sozialer Ungleichheit bemüht. Zugeschriebene Merkmale, die Individuen bei der Geburt eine unveränderliche Kategorie wie Geschlecht, Ethnizität oder Rasse zuweisen, sollen dagegen entweder nur für die Ungleichheitsstrukturen traditioneller, vormoderner und zugleich statischer Gesellschaften, in denen sozialer Aufstieg die Ausnahme ist, entscheidend gewesen sein, oder höchstens als ständische Überreste heute noch vorhanden sein.

Der Vortrag setzt sich mit der Frage auseinander, wie zugeschriebene Merkmale wie Herkunft, Geschlecht oder nationale Identität im globalen Zeitalter erklärt werden können. Mit Hilfe weltsystemanalytischer und postkolonialer Ansätze wird argumentiert, dass zugeschriebene Ungleichheitsmerkmale für die Moderne konstitutiv waren und es heute noch sind, dies aber erst aus einer historischen Perspektive sichtbar wird, die strukturelle Machtasymmetrien zwischen Weltregionen berücksichtigt.

Zeit: 03.05.2012 / 18 Uhr
Ort: Institut für Sozialwissenschaften / Universitätsstraße 3b / Raum 002

PS: Wer sich das Referat samt Diskussion vom 18.April nochmal zu Gemüte führen möchte oder es seinerzeit nicht zum Termin geschafft hat, der kann sich das Ganze nochmal auf Archive.org anhören. Über Feedback und Diskussionswille freuen wir und auch die ReferentInnen uns natürlich jederzeit!

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