PM Studierende besetzen Raum in Berliner Humboldt-Uni

Am Montagvormittag haben Studierende der Humboldt-Universität zu Berlin einen Raum am Institut für Sozialwissenschaften (ISW) besetzt. Der Fachschaftsrat Sozialwissenschaften unterstützt das Anliegen der Besetzer_innen um einen angemessenen Raum am ISW.

In den vergangenen Jahren haben wir immer wieder darauf hingewiesen, dass der uns zur Verfügung stehende Raum nicht länger tragbar ist. Weder als Raum für studentische Gremienarbeit, noch als Begegnungsort für die Gesamtheit der Studierenden entspricht er den Ansprüchen einer nachhaltig arbeitenden und barrierefreien Universität. So beklagen wir bereits seit drei Jahren, dass die Heizung im Fachschaftsraum nicht funktioniert und unser Engagement damit erheblich eingeschränkt wird. Darüber hinaus ist der aktuelle Raum nicht barrierefrei erreichbar und verhindert Menschen mit Behinderung so die Teilhabe an studentischem Leben. Durch seine Randlage im Institut für Bibliothekswissenschaften wird es dem Fachschaftsrat Sozialwissenschaften außerdem besonders erschwert die Studierenden am ISW anzusprechen.

In einem Beschluss des Akademischen Senats der HU Berlin aus dem Jahr 1994 hat sich die Universität selbst dazu bereit erklärt, den Fachschaften entsprechend ihrer Stärke jeweils bis zu drei Räume zur Verfügung zu stellen. Im Rahmen des Umbaus der ehemaligen Zweigbibliothek Sozialwissenschaften im Institutsgebäude Universitätsstraße 3b wurde allerdings nur ein Raum von der Größe einer umfangreicheren Abstellkammer vorgesehen. Als eine der personenstärksten Fachbereichsvertretungen an der Humboldt-Uni genügt dies unseren Bedürfnissen in keinster Weise. Dies wurde inzwischen mehrfach ergebnislos gegenüber Funktionsträgern am ISW kommuniziert.

Als Fachschaftsrat Sozialwissenschaften sind wir die demokratisch gewählte Vertretung der Studierenden und erheben Anspruch auf eine räumlich ausreichende Versorgung durch die Uni. Wir begrüßen ausdrücklich die Besetzung des institutseigenen Gremienraums, welche die in unseren Augen einzig bleibende Antwort auf die Missachtung studentischer Bedürfnisse ist. Sollte die Humboldt-Universität zukünftig nicht ihrer Versorgungspflicht gegenüber der Studierendenschaft nachkommen, sehen wir keine Veranlassung auf die Arbeitsfähigkeit universitärer Gremien Rücksicht zu nehmen.

Als Fachschaftsrat Sozialwissenschaften fordern wir die Universitätsleitung dazu auf, den studentischen Gremien und Initiativen in Zahl und Größe ausreichende Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen. Ferner fordern wir als lokale Fachbereichsvertretung einen Raum am Institut für Sozialwissenschaften, zu welchem ein uneingeschränkter Zugang möglich ist und der uns zu freier Nutzung zur Verfügung steht. So sind es insbesondere Fachschaftsräume, die im hochpreisigen Umfeld der Humboldt-Uni als alternative Treffpunkte für Studierende dienen. Explizit möchten wir die Aktion auch als Ermutigung für andere Studierende und Initiativen sehen, um ihren Bedürfnissen und Ansprüchen dort Geltung zu verschaffen, wo sie von der Universität offensichtlich kategorisch missachtet und übergangen werden.

Im besetzen Fachschaftsraum werden wir in den kommenden Tagen ein selbstverwaltetes Café einrichten und kulturelle, sowie Diskussionsveranstaltungen organisieren.

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